Wednesday, March 17. 2010Buchmesse 2010: Unverlangt eingesandte VerlagswerbungHeute: "Nehmen Sie keine IRRTUM" - Suhrkamp-Verlag Ich freue mich, Ihnen mitzuteilen, dass wir bezahlt worden sind, die Sie von Ihren Kollegen zu ermorden-Arbeiter in deinem Büro. Ich möchte Sie sehr aufmerksam zuhören zu Ihrer Sicherheit und nicht, ich wiederhole, nicht in irgendeiner Weise etwas zu tun funny mit anderen Worten versuchen, versuchen, alle Sicherheits-Anbieters zu informieren, denn dies ist unser Geschäft, und wir wissen, wie man sie am besten können. Wir haben unser Netzwerk auf der ganzen world.In um nicht dein Leben je mehr du Tipps zur Zusammenarbeit mit uns wissen, ob wir unseren ursprünglichen Plan zu ändern können Sie ermorden zu gefährden. Sobald Sie in Empfang dieser Nachricht sind, werden Ich mag Sie an uns zurück zu erhalten, sofort als Verzögerung ist gefährlich. Ich warte, von Ihnen zu diesem Thema innerhalb der nächsten 24 Stunden zu hören und dass, wenn Sie lieben und schätzen Sie Ihre Existenz ist. Bitte nicht in irgendeiner Weise zu kommunizieren diese oder besprechen Sie dies mit niemandem, weil Sie nicht wissen, wen würden Sie reden mit. UNSERE Watch-Dog auf Sie. Nehmen Sie keine IRRTUM. Gott sei mit dir Sunday, March 7. 2010Die sind DeutschlandIm Anschluss dokumentieren wir eine Stellungnahme junger Berlinerinnen und Berliner, die junge Berlinerinnen und Berliner kennen, die schon mal junge Berlinerinnen und Berliner dabei beobachtet haben sollen, wie sie lustige Plakate in versteckten Hinterhöfen befestigen. Die Plakate dazu oder zumindesst das, was auf ihnen zu sehen ist, gibt es in loser Folge in naher Zukunft auf Sumpfpost Online zu sehen. Diese, unsere Zeit ist eine kalte Zeit. Menschen gehen aneinander vorbei ohne sich zu sehen, rempeln, drängeln, schubsen, jeder dem eigenen Ziel hinterher ohne Blick für den Anderen. Fixiert allein auf das eigene Wohlbefinden, haben es die Mächtigen leicht, ihr intrigantes Spiel mit der Macht, ihre Existenz um ihrer selbst Willen aufrechtzuerhalten. Politisches Engagement von unten – keine Chance in dieser Einheitsparteindiktatur. Zuletzt erst wieder zu den Wahlen 2009 sichtbar, als die ewig gleiche Clique sich selbst reproduzierender Betonköpfe ihre immergleichen Phrasen unter dem riesigen Verbrauch von Ressourcen überall in der Stadt verbreitete. Die Leere in den Köpfen und Herzen dieser Berufspolitiker wurde nur kläglich von der Plakatflut, die die Stadt unter sich begrub, verborgen. Niemandem blieb die eigentliche Botschaft dieser visuellen Stadtverschmutzung verborgen: Als eigenständig denkenden Menschen nehmen wir euch nicht ernst – geht abstimmen dummes Wahlvieh. Kälte auf der Straße, Kälte in den Herzen. Erklärungen für diese Zustände gibt es mannigfaltig, aber Menschen, die aufstehen und sich dagegen wehren, wenige. Nicht erst seit gestern vermissen wir dieses Gefühl, eine Gemeinschaft zu sein, das freundliche Lächeln und mehr und mehr den zivilen Mut, diese Gesellschaft nicht noch weiter zerfallen zu lassen. Die Existenz einer Gesellschaft wird jedoch nicht von oben angeordnet, sondern vielmehr von unten gebaut. Jede/r kann mit diesen so abgedroschen klingenden und immer noch so wahren Worten wie „Mut“, „Engagement“ und „Zivilcourage“ jeden Tag eine bessere Gesellschaft formen, auch wenn dies Risiken birgt und manchmal sogar scheitern mag. Aber frei nach Brecht, sind wir erst gescheitert, wenn wir nicht wieder aufstehen. An nun folgender Stelle versuchen wir, diesem Ideal gerecht zu werden und stehen wieder auf. Darum, geneigter Leser, liebe Leserin, lesen Sie nun folgend ein Interview mit Herrn B. Lang-Los, durch dessen Handeln die Kampagne „Die sind Deutschland“ (siehe nebenstehend) bereits am ersten Tag beendet wurde. der Dachs, der Elch und der Hirte: Herr Lang--Los, beschreiben Sie doch mal ihren Tagesablauf an diesem besonderen Tag! B. Lang-Los: Alright, gerne. So let’s go. An dem Abend davor war ich noch unterwegs mit meinem abgefuckten Flashmob zu einem Happening mit Happen (grinst). Am nächsten Tag bin ich gegen 10 Uhr aufgestanden, habe so wie jeden Morgen Power Yoga gemacht, mich anschließend auf meinen Balkon gesetzt und einen Latte getrunken. Dabei dachte ich deep, wie ich eine progressive Kapitalismuskritik mit dem Menschenpark-Theorem von Sloterdijk zusammenbringen könnte. In meinem Blog schreibe ich zur Zeit nämlich über eine positive Bewertung von Thilo Sarrazins Aussagen, die eigentlich ja … der Dachs, der Elch und der Hirte: … Herr Lang-Los, entschuldigen Sie bitte … B. Lang-Los: Ja, ja. Ich hatte also an besagtem Tag nicht viel Zeit für Wellness, da ich bereits fucking spät dran war – eine neue Imagekampagne für Schaeffler wird gerade von uns gelauncht. Es dauerte länger als geplant, so dass ich erst 18 Uhr aus der Agentur, rauskam…Schwupps, ne Ritalin (zwinkert) und danach mit einer echt nicen Arbeitskollegin Sushi essen. Yeah, und dann gings weiter zu meinem Buddy nach Kreuzberg, wo wir uns in den Park setzten und über Jonathan Meese bei Tita von Hardenberg sprachen. Und gleich mal den neuen Trend ausprobiert: Zu zweit im Park sitzen. Yeah. Und dann … der Dachs, der Elch und der Hirte: Tut mir Leid sie zu unterbrechen, aber was passierte zwischen Sushi und Tita von Hardenberg? B. Lang-Los (empört): Was willst du denn jetzt! Wie, was soll da gewesen sein? der Dachs, der Elch und der Hirte: Der Grund für dieses Interview. B. Lang-Los (Pause): Ah, sicherlich. Darauf wäre ich doch noch zu sprechen gekommen … Als ich gerade meinen Freund aus alten schwabinger Tagen abholen wollte, noch einmal letzte Facts bei facebook checke und von meinem IPhone hochschaue, sehe ich auf der Oberbaumbrücke, auf meiner Oberbaumbrücke, wo ich jeden Monat mindestens einmal rübergehe, zwei Typen, die gerade Plakate kleben. Ich denke mir: „Oh my Gosh!“ und will sie zurechtweisen. Aber anstatt mir zu zuhören haben sie einfach weiter gemacht. Einer hat sogar gelacht! Einfach gelacht! Asshole. der Dachs, der Elch und der Hirte: Haben sie denn gesehen was sie plakatiert haben? B. Lang-Los: Was meinen sie damit? der Dachs, der Elch und der Hirte: Na was auf den Plakaten stand? B. Lang-Los: Es geht hier doch um ein historisches Bauwerk aus wertvollen Steinen. Was meinen Sie denn, wie die auf Leim reagieren? Zumal es Verordnungen und Richtlinien gibt. Wo kämen wir denn hin, wenn sich niemand an Regeln hält? Und außerdem hatte ich keinen Just mir deren Scheiß reinzufahren! No fucking way, Mann. der Dachs, der Elch und der Hirte: Und wie ging … B. Lang-Los (sich in Rage redend): … also ich muss hier nochmal was klarstellen. Mich kotzt diese Verschandlung der Stadt an. Überall Werbung. Es gibt ja mittlerweile Werbeplakate, die ganze Häuser abdecken. Ich bin da total dagegen, weil es nicht nur die Stadt entstellt, sondern Ausdruck einer hemmungslosen Kommerzialisierung meiner Stadt ist. Und dahinter stehen dann Großkonzerne, die allein mit Macht und Geld ihre Botschaften in die Welt posaunen. Und wozu? Um Geld zu machen. Reiner Kapitalismus. Reine Selbstbeweihräucherung. Deshalb sehe ich gar nicht ein, wieso ich nicht mit ein wenig Zivilcourage unsere Stadt vor dieser Gier beschütze soll. der Dachs, der Elch und der Hirte: Und wie ging es nun auf der Brücke weiter? B. Lang-Los (immer noch wütend): Diese bodenlose Frechheit … mich einfach zu ignorieren und die Brücke zu verschandeln. Es ist doch gerade die Mischung aus historischen Bauwerken und einer aktiven, kreativen Szene, die sich ihre eigenen Räume nimmt, die mich nach Berlin zog. Das lasse ich mir doch nicht kaputt machen. Das muss alles so bleiben. Da habe ich halt mein IPhone gezückt … der Dachs, der Elch und der Hirte: …und die Polizei gerufen. B. Lang-Los: Vorher natürlich getwittert … genau, und dann kamen die mit 2 Einsatzwagen und haben die Beiden festgenommen. Zack! Richtig mit Handschellen. Und ab! Der eine ist sogar mit der Leiter gerannt. Stupid. Einer der Cops wollte sogar noch dass ich die beiden identifiziere. Wie geil ist das denn! Aber selbstverständlich nur von weitem, man weiß ja nicht, wie solche Typen drauf sind. der Dachs, der Elch und der Hirte: Und was würden Sie den beiden am liebsten auf den Weg geben? B. Lang-Los: Dass sie sich eine richtige Arbeit suchen sollen und dass sich Kriminalität nicht lohnt … (überlegt) … und könnte ich an dieser Stelle meinen Blog www.sei-anders-sei … der Dachs, der Elch und der Hirte: … Entschuldigen Sie, aber ich habe noch eine letzte Frage: Würden sie wieder so handeln? B. Lang-Los: Ja, sicherlich. Wir brauchen in Deutschland mehr Zivilcourage. Wenn ich mir überlege was da in München pass… Herr B. Lang-Los, wir danken ihnen für dieses Gespräch! Tuesday, February 23. 2010timmen zum LufthansastreikDie Lufthansa streikt, an Deutschlands Flughäfen geht gar nichts mehr. Wir machen uns auf den Weg zum Flughafen, um zu recherchieren, wie hart der Streik die Hauptstadt und ihre Fluggäste trifft. Schon die U-Bahn ist merkwürdig leer, und als wir da sind, steigt außer uns niemand aus. Die Informationspolitik der Lufthansa scheint funktioniert zu haben. Oben bestätigt sich das Bild: die Empfangshalle wirkt verwaist und ist sogar abgeschlossen. "Hier fliegt schon lange nix mehr!", sagt ein Mittfünfziger, der gerade vorübergeht. Die Gewerkschaft scheint ihre Mitglieder also alle mobilisiert zu haben. Hierher allerdings nicht, von Flugzeugen und Piloten keine Spur. "Was denn, fällt die andere S-Bahn auch noch aus? Ich sage es ja immer- die Bahn mal wieder", ruft uns ein Herr zu. Ein anderer Mann steigt gerade mit schweren Koffern aus einem Taxi, offenbar ein Passagier, der von dem Streik nichts wusste. Schnell klären wir ihn auf, fragen nach seiner Meinung. "Mist, dabei wollte ich grade nach Schönefeld fliegen, na dann fahr ich nach Frankfurt, Taxi!" "Die zwei Wochen Urlaub am Wannsee kann ich jetzt wohl knicken", erschrickt uns eine Dame, die sich unbemerkt von hinten herangeschlichen hatte. „Immer, wenn das Wetter sowieso schon mies ist, kommt noch Streik oder Erdbeben dazu“, echauffiert sie sich. Ein gehetzt wirkender Jogginganzugträger hat ganz andere Sorgen: "Ich muss nur kurz rüber zum Bäcker", ächzt er. Dafür zeigt sich eine ältere Dame besorgt: "Streik? Aber was wird denn dann aus unserer Luftbrücke?", fragt sie und sieht und hilfesuchend an. Andere Passanten pflichten ihr bei, wieder andere schimpfen auf den Schnee und Wowereit. Das Chaos ist perfekt, niemand weiß bescheid. Als ob das noch nicht genug wäre, droht uns nun ein Herr in zerschlissener Kleidung: "Wenn Sie nicht sofort eine Ausgabe der Obdachlosenzeitung Motz kaufen, streike ich auch." Pilotenstreik in Berlin: wieder mal trifft es den einst so stolzen Flughafen Tempelhof besonders hart. Friday, January 8. 2010The next Oury Jallo-ProzessFür die Tagesthemen kommentierte er bereits den Urteilsspruch des BGH, in der SUMPFPOST findet er noch klarere Worte: Noch ein Kommentar von Karl Dieter Böller Mit klaren Worten kippte der Bundesgerichtshof den Freispruch gegen Polizisten im Falle Oury Jalloh aus Sierra Leone, der in einer Dessauer Arrestzelle verbrannte. Natürlich, der Fall wirft Fragen auf. Wie war es möglich, daß der angetrunkene Afrikaner, der doch vor sich selbst geschützt werden sollte und zu diesem Zweck sogar an Händen und Füßen gefesselt war, trotz strenger Leibesvisitation ein Feuerzeug bei sich hatte? Wie gelang es ihm in dieser Lage, die feuerfeste Matratze selbst anzuzünden? Dies alles sind Fragen, die Öl in das Feuer der Asylrechtsaktivisten gießen, deren Verschwörungstheorien nun Hochkonjunktur haben. Sie tönen von Menschenrechtsverletzungen, sogar von Fremdenfeindlichkeit bei der Polizei ist die Rede. Bei aller offensichtlichen Grausamkeit des Falles wird jedoch leicht übersehen, daß das Dessauer Urteil nicht umsonst Freispruch für die Beamten lautete. Und es wird auch vergessen, daß es kein Zufall war, daß mit Oury gerade ein Schwarzafrikaner in der Polizeizelle verbrannte. Der 23 jährige und viele seiner dunkelhäutigen Artgenossen haben es nicht nur im Osten besonders häufig mit der Polizei zu tun, eben weil sie eigentlich alle tief im Sumpf aus Drogenhandel, Prostitution, Haschisch und Verstößen gegen die Residenzpflicht stecken. Doch anstatt dankbar zu sein, daß wir ihnen so etwas wie eine Residenz überhaupt bieten, begehen seine Freunde die selbe Ordnungswidrigkeit dreist mal eben wieder und fahren nach Karlsruhe, um uns vor den Mikrophonen der Tagesthemen ihr Leid zu klagen. Ist es bei allem medialen und ermittlerischen Druck, der auf einem Polizisten lastet nicht allzu verständlich, daß er durch die Wechselsprechanlage anstatt Feuerprasseln und Todesschreien einfach mal Meeresrauschen hört, Meeresrauschen hören will? Statt neue Flächenbrände zu legen, sollten wir bedenken: Auch für Polizisten gilt die Unschuldsvermutung. Das gilt besonders für jene, die uns den täglich den Rücken freihalten von Leuten, die uns nach Geld, Gesundheit und dem Leben unserer Töchter trachten. Thursday, January 7. 2010Forschung aktuellExperten haben es nun stichhaltig nachgewiesen: wer früh aufs Rauchen verzichte, für den erhöhe sich das Risiko einer Diabeteserkrankung um ein Mehrfaches. Viele irrtümlich amputierte Raucherbeine seien in Wahrheit korrekt amputierte Beine und Arme von zuckerkranken Menschen gewesen, die in ihrem Leben noch nie richtig geraucht haben. An einem renommierten Institut wurden kürzlich die Ursachen für die vermeintlich versteckten Preiserhöhungen im Einzelhandel restlos aufgedeckt: "Der Vorwurf von immer kleinerem Inhalt in immer größeren Verpackungen war ein Irrtum. Schon heute schmecken nämlich viele Verpackungen wesentlich besser und haben mehr Vitamine als wie das darin befindliche Käse-Spätzle etwa oder meinetwegen als wie eine normale Paprikasalami" so ein Sprecher "und der Verbraucher heißt dieses All-You-Can-Eat-Prinzip auch prinzipiell gut: Verpackungen und Inhalte wachsen unaufhörlich weiter zusammen, der fast leere Pizzakarton erweist sich in vielen Haushalten praktisch jetzt schon als das Nahrungsmittel der Zukunft. Ebenso in der Trendgastronomie." Einzelhandels-Skeptiker befürchten dagegen nun eine zweite Welle von noch getarnteren Preiserhöhungen: wohlschmeckende Plastikbecher und die meisten Tüten könnten demnächst wieder verkleinert und wiederum in ungenießbaren größeren Zweitverpackungen verkauft werden. Eine Kommission namhafter Persönlichkeiten aus Forschung, Geisteswesen und Technologie hat bei unserer Regierung eine Petition eingereicht, in der mit Nachdruck die sofortige Einführung eines verbindlichen Verfallsdatums für Gegenstände und Daten gleichermaßen, unabhängig von Stand, Herkunft, Aggregatzustand und Temperatur gefordert wird. Es gehe nicht an und sei mithin ein Unding, so die Unterzeichner des Aufrufes, daß wir Menschen zu Verfall, Verwahrlosung, übelriechender Fäulnis und charakterlicher Verkommenheit neigten, ein gewöhnlicher Becher voll mit bräsigem Sauerrahmquark dagegen bei fachgerechter Aufbewahrung umso länger haltbar bliebe. Ebenso erginge es vielen anderen Dingen: z.B. den sog. Internetdaten, die sich ihrer verdienten Verwesung noch hartnäckig widersetzten. Die Internationale Abfalleimer-Kommission fordere darum "die Errichtung einer Art globalen Papierkorbs für jeden. Oder etwas in der Richtung." Kältebiologen warnen: bei den derzeit herrschenden polaren Temperaturen empfehle es sich, die Tage über lieber gemütlich daheim mit Freunden vor dem offenen vor sich hinbullernden Gefrierschrank zu verbringen und sich an einem guten Stück steifgefrorenen Eisweines zu erfreuen, als heuer in diese mörderische Kälte hinauszugehen. MB _________________________________________________________ Thursday, December 17. 2009In Jogi Löws GenetikseminarVon ULI HANNEMANN Im Fernsehen zeigen sie das Resultat der Gruppenauslosung für die kommende Fußball-WM: Deutschland spielt in einer Gruppe mit Serbien, Australien und Ghana. Zum Gegner Ghana wird der Ex-Fußballnationalspieler Andreas Brehme befragt: "Die haben ein paar sehr schnelle Spieler. Man weiß ja, dass die ganz andere Gene haben." Hoppla. Der Mann kennt sich aus. Er hat noch alle Tassen nach Größe und Farbe sortiert und festgezurrt in seinen Schubladen aus braunem Eichenholz. Das mit den Genen klingt in der Tat ziemlich verdächtig. Irgendwie unerlaubt. Wie wollen wir, also das arme und stets ehrliche Deutschland, die denn schlagen mit ihrem Gendoping? Ehrlicherweise müsste Ghana also Gena heißen. Aber man kennt das ja: Rennen könnse wie 'ne Eins, die Burschen, aber sobald sie mal ein Wort richtig schreiben sollen, setzt alles aus. Von Kommasetzung möchte ich gar nicht erst reden, die muss bereits vor Urzeiten im Genpool ertrunken sein. Von wegen mens sana in corpore sano. Da stand ja wohl eher das US-System Pate, in dem eine Sportskanone auch mit einstelligem IQ studieren kann. Und nicht zuletzt kennt man es ja auch von Brehme selber. Ein geschundener Geist in einem gesunden Körper. "Diese Genleute kann man bestimmt irgendwie austricksen", denkt sich nun der gemeine Fußballfan, "zum Beispiel, indem man ausgehöhlte Melonen auf dem Platz verteilt." Ihm braucht keiner zu erzählen, wie es in Ghana wirklich aussieht - das weiß er schon von ganz alleine: Die Ghanaer verdienen ihren Lebensunterhalt mit Schnellreinigungen, sämtliche Städte sind durch Schnellstraßen miteinander verbunden, Energie wird mithilfe von Stromschnellen gewonnen, in Schnellrestaurants isst man im Schnellkochtopf gedünsteten Schnellfisch. Selbst alte Leute beschleunigen in zehn Sekunden von null auf hundert Kilometer. Wer soll um Himmels Willen gegen die gewinnen? Über die Gene der Australier sagt Andy Brehme hingegen nichts. Was könnte er da auch berichten? Dass die Australier alle sehr langsam sind und ihre Erbinformationen durch die Samenbank von straffälligen Dosenbiertrinkern stammen? Das sagt Brehme nicht, weil: der Fußballsport muss sauber bleiben als Rettungsanker für Kinder und Jugendliche aus gesellschaftlichen Randsportarten. Das ist das Anliegen von Fußballpräsident Zwanziger und eine gemeinsame Kampagne von DFB, DSF und DSL. Wahrscheinlich aber weiß er bloß nichts über die Australier. Nun, dem kann ich auf die Sprünge helfen. In Australien ist alles genau falsch herum, was die Hoffnung weckt, dass sie oft ins eigene Tor treffen. Überall hüpfen riesige Fellflumis herum, und der australische Trainer trötet wie ein Kind im Wald, dass Australier keine Angst haben. Wovor auch, verurteilt sind sie ja schon, das Wissen haben sie im Blut. Bevor Andreas Brehme auch noch die DNA des dritten Gruppengegners Serbien diffamiert, schalte ich den Fernseher aus. "Der Serbe ist grausam, listig und wettet gerne auf Fußballspiele, deren Ergebnisse er schon vorher kennt" - das muss ich mir nicht anhören, ich kann es mir schon vorstellen. Leider habe ich den Fernseher am nächsten Tag dann doch wieder angemacht. Auch Bundestrainer Löw verheißt jetzt rassige Spiele und spricht von "überragender Genetik" der Ghanaer, also von der überragenden Vererbungslehre der Ghanaer. Was er mit dem Satz tatsächlich sagen will: "Beängstigend fix, aber vielleicht stolpern sie ja dabei über ihre Riesenpimmel." Einmal bewährte biologische Konzepte werden in Deutschland nicht so schnell verworfen. Nachdruck aus TAZ vom 10.12. mit freundlicher Genehmigung des Autors Friday, November 27. 2009Frank Elstner: Eine feste Größe in unserem FernsehenEin liebevoller Nachruf auf einen großen SpaßversteherEs besteht kein Zweifel: Moderatorenlegende Frank Elstner besitzt eine feste Größe in unserem Fernsehen. Nun beendet die Moderatorenlegende, die wie keine Zweite die Sehgewohnheiten nach dem Zweiten Weltkrieg formte, ihre Show "Verstehen Sie Spaß?" Grund genug, zwei Stationen und Momente eines ungewöhnlichen Moderatoren nachzuzeichnen: Moderatorenlegende Elstner war berühmt dafür, sich immer neue Unterhaltungsformate ausdenken zu können. Ähnlich wie aus einer Pistole oder anderen Schußwaffe, so sprudelten auch aus dem Moderator selbst minütlich ungeheure Mengen an noch nie dagewesenen Fernsehformaten heraus. Dieser Erfindungsreichtum stieß aber auch mal an Grenzen, wie Elstner einmal vor versteckter Kamera kritisch zugab: "Auch mir ist es noch nie gelungen, das Rad neu zu erfinden. Ja leider. Weil irgendwelche Räder mal neu zu erfinden in der Lage zu sein, das wünschte ich. Und auch ich koche nur mit Wasser – weil ich ebenfalls noch nicht erfunden habe, wie man beispielsweise gewöhnliche Tagliattelle oder überhaupt rohe Eierteigwaren besser aufbacken/dünsten könnte - Sie etwa, liebe Zuschauer?" Kenner munkeln schon lange: der witzigste Streich aus "Verstehen Sie Spaß?" durfte nie gesendet werden, weil laut ARD/ZDF-Aufsichtsrat "die Gefahr eines Erstickungstodes insbesondere von chronisch vorbeschädigten Zuschauern durch in die Atemwege gelangtes Sputum infolge krampfartigen Schmunzelns bundesweit nicht mehr kontrollierbar wäre" (Frau Dr. Schäfer Antje-Kühnemann gegenüber der Sendung "Report aus Mainz") Und es kursierten sogar Gerüchte, dieser Streich würde so gehen: Moderatorenlegende Elstner wollte seinem Vorgänger Schmidt einen Streich spielen, konnte aber nicht ahnen, daß der ahnungslose Schmidt im selben Moment seinem eigenen, völlig ahnungslosen Vorgänger Felix gerade einen Streich spielte, der in jenem Moment selbst wiederum dem Moderator Elstner einen Streich spielte - der wiederum von all dem gar keine Ahnung hatte. Ein wunderbarer Streich, wenn das stimmt. Insider munkeln schon lange: Elstner hätte angeblich 10 Jahre gebraucht, um sein Format "Die Stillen Stars" endlich zu erfinden. Da er in jener Zeit immer unter enormem Erfindungsdruck stand. Dann, eines morgens, am Morgen des Tages der Erfindung von "Die Stillen Stars", wäre er plötzlich aus einem quälend erfindungslosen Schlaf erwacht, hätte grübelnd und erfindend das Bett verlassen und hätte beim Rasieren zunächst drei Fernsehformate erfunden, die "Ein Stillendenhaus, später", "Bleibe still" bzw. "Der Gestillte Ozean" oder so ähnlich geheißen hätten, erfand aber wenig später (etwa um das Mittagessen herum), daß diese Erfindungen Unfug seien, woraufhin er drei Stunden später beim Kaffee ein weiteres neues Format erfand, welches zum Glück aber das gewünschte war ("Die Stillen Stars"). MB Wednesday, November 11. 2009Nie erschienene Romane (1)Monday, November 9. 2009Bildkommentar zum 09.11.Thursday, November 5. 2009KULTURNEWSHEIDI KLUM ist vier Wochen nach der GEBURT ihres vierten Kindes schon wieder ganz die Alte. Wie sie so schnell wieder das Gewicht und die Hautspannung einer Schaufensterpuppe erreichen konnte, verriet sie jetzt der Zeitschrift Bunte:"Ganz einfach: Kaiserschnitt, Hautverpflanzung und Narben weglasern. Da bleiben nur ein paar Verbrennungen, die sich durch Bestrahlung im Sonnenstudio gut übertünchen lassen." Dies kann allen nur geraten werden, die für Kinder anschaffen wollen +++ Zur aktuellen Pleitequelle, quatsch: QUELLEPLEITE gibt es erste MEINUNGEN. Industrieblogger und Grundeinkommen-Bezieher SASCHA LOBO meint dazu: „Die alten Sachen fand ich ja ganz gut, aber mittlerweile ist das doch alles nur noch Kommerz, der reinste Ausverkauf…!“ +++ In BERLIN ist jetzt der ERSTE BERLINER an den Folgen der SCHWEINEGRIPPE verstorben. Es gab vorher keinerlei Anzeichen. Der Mann hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Beachten sie bitte, dass diese Zeilen von einem GHOSTWRITER geschrieben wurden. Nur geschrieben werden konnten. Saturday, October 3. 2009Gedanken zur EinheitVerschworen haben sich die BuchstabenAus dem neuen Bibliotheksblog Sandbuch „Eines Tages saß ich wie gewohnt im Buchhändlerhaus des Thomas Caspar Marius und Söhne. Da brachte man mir ein sehr, sehr altes, in Schweinsleder gebundenes Buch, das Herr Marius senior in einem von der Witwe eines Pfarrers aus Eisenach gekauften Stapel Bücher gefunden hatte, und Herr Marius senior hatte gesagt, er sei sicher, daß dies ein besonderes Buch sei, weil es sich, bevor es in die Hände jenes Pfarrers gelangte, im Besitz eines in der Geschichte der Reformation bekannten Pfarrers befunden habe, denn dessen Name stehe auf dem Buche geschrieben, und es es sei dies zweifellos dessen eigenhändige Unterschrift, denn jener Pfarrer pflegte den Buchstaben seines lateinisch geschriebenen Namens hebräische Lettern zuzuordnen. Ich schaute mir das Buch an, doch fand ich keinen Zugang zu seinem Inhalt. Da meinte ich zu Herrn Marius: „Ich sehe, es gibt Bücher, die sich denen, die sie katalogisieren, nicht offenbaren, es sei denn, man beschäftigt sich mit ihnen gründlich. Im Augenblick verfüge ich nicht über die dafür notwendige Zeit, doch morgen oder übermorgen werde ich mich seiner annehmen.“ Ich legte jenes Buch aus der Hand und wandte mich anderen zu. Am Abend kam Grete Hinnings zu mir in mein Zimmer. Sie legte besagtes Buch vor mich hin und sagte: „Ich habe Ihnen das Buch mitgebracht. Vielleicht möchten Sie sich ja in Ruhe damit befassen.“ Ich saß da und schwieg. Und sie fuhr fort: „Im Hause Marius’ ist das Herz wegen der Ein- und Ausgehenden dafür nicht frei.“ …Das Buch welches Grete Hinnings mir brachte, damit ich es etwas gründlicher untersuche, war nach wie vor wie ein Rätsel ohne Lösung. Wie oft ich es auch aufschlug und durchforschte, es gelang mir nicht zu ergründen, wer es verfaßt und wer es gedruckt hatte, und wo es gedruckt worden war. Einmal fragte mich Herr Caspar Marius senior, ob ich das Rätsel gelöst habe. Ich antwortete ihm: „Verschworen haben sich die Buchstaben, das Papier und der Inhalt, die Namen des Verfassers, des Druckers und des Ortes, an dem es gedruckt wurde, vor mir zu zu verbergen.“
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